Albrecht Kunne (Memmingen, Offizin 1)

1478-1520

Typen

Type M/Qu Nutzungszeit Beschreibung
1:82G M53 1479-1486 vgl. Type 17:82G bei Michael Wenssler (Basel, Offizin 2): GfT 695, 697

2:115G M50B 1479-1500 in GW 12255 = H 11957 = VB 1599 = ISTC io00023000 ist das Maß auf 102 (so BMC, Haebler: 105) reduziert, so dass sich Ober- und Unterlängen überschneiden
3:G 1480-1500 feine Auszeichnungstype
Im gedruckten GW GW01699 u. GW01706 als Nachweise dieser Type. Die Type ist jedoch in beiden Drucken Type 2:115G
4:71G M87 1482-1500 N2//
Stadien: erst h rund, ab 1486 h geschwänzt
5:87G M38 1485-1500 P2 leer
Majuskeln häufig als Einsprengung in Type 6:87G bzw. vice versa
Type wurde spätestens 1509 an die Klosterdruckerei Ottobeuren verkauft (vgl. Schanze: Inkunabeln oder Postinkunabeln, S. 55, Anm. 37; Visel: Ottobeuren, S. 2)
6:87G M81 1486-1508 zu den Stadien der Type, auch nach 1500 vgl. Schanze: Inkunabeln oder Postinkunabeln, S. 55
bis 1505 Einsprengung von Majuskeln aus Type 5:87G (letztmalig in Saam: Kunne 143)
selten Einsprengung einiger Minuskeln (a, d, f, langes s) aus Type 5:87G (nur lateinische Drucke, vermutlich alle aus dem Zeitraum 1505-1509)
bis 1500 b immer mit Schlaufe
um oder kurz nach 1500 Übernahme der schlaufenlosen Minuskel b
bis 1505 beide Formen der Minuskel b nebeneinander verwendet
ab 1508 nur noch b ohne Schlaufe
bis 1500 Rubrikzeichen γ mit halbrundem Rücken
ab 1500 der Rücken des Rubrikzeichens zunehmend abgeflacht, z.T. mit kleiner Delle oder Einschnitt
1508-1512 Rubrikzeichen nur noch mit Delle oder Einschnitt
ab 1514 neues, größeres Rubrikzeichen
daraus ergeben sich 3 Zustände:
a) eingesprengte Majuskeln, b mit und ohne Schlaufe, Divis einfach oder doppelt (1484-1505)
b) keine eingesprengten Majuskeln, b ohne Schlaufe, Divis doppelt, Rubrum mit Delle oder Einschnitt (um 1508-1512)
c) keine eingesprengten Majuskeln, b ohne Schlaufe, Divis doppelt, großes Rubrum (um 1514-1520)
b mit und ohne Schleife z.B. GW XI Sp.105aP = VD16 H3789 (= BSB Ink P-801) ISTC ih00279200: [ca. 1505]
7:160G M72 1500-1508 wohl erst 16. Jhd.
datierte Drucke v. 1504-1510 nachweisbar (vgl. Schanze: Inkunabeln oder Postinkunabeln, S. 54)
identisch mit Type 6:G bei Johann Froschauer (Augsburg, Offizin 15) (vgl. Schanze: Inkunabeln oder Postinkunabeln, S. 54)
8:80G M88 1510-1510 Nach 1500?
Schanze datiert den einzigen bekannten Einblattdruck in dieser Type (M12013) anhand der Auszeichnungstype auf 1504-1510.
9:90R Q (keine Klassifizierung) 1487-1487 Blz. in GW 9185 = ISTC ie00003000

Rubrikzeichen

Rubr. Form Nutzungszeit Beschreibung
α normale Form 1479-1495 groß, tief, oben aufgestülpt
zu Type 1:82G
β normale Form 1484-1500 schmal, mit dicken Spitzen
zu Type 4:71G
γ normale Form 1485-1500 mittelgroß, eher schlank, Spitzen kurz, weiß breit
zu Type 5:87G und Type 6:87G
δ handförmig 1485-1500 zu Type 5:87G und Type 6:87G
ε normale Form 1500-1500 dick, rund, weiß schmal, Spitze kurz
zu Type 8:80G
(16. Jh.?)
ζ normale Form 1500-1500 dick, weiß breit, Spitzen kurz
zu Type 7:160G
η normale Form klein, fein, obere Spitze länger und gebogen
GW 1335 = ISTC ia00498600
θ normale Form schmal, innen rund, obere Spitze gebogen, untere eingezogen

Initialen

Initiale Höhe Nutzungszeit Beschreibung
a 17mm 1493-1500 volle Lombarden, unbeholfen, mit Perlen
b 23mm 1489-1500 schwarz auf weiß, Konturbuchstabe, verziert (I)
In GW M12943 ist eine Initiale I nachgewiesen, die in Einbl 763 als Init. b katalogisiert ist und auf die Haeblers Beschreibung in TR V, S. 44 passt. Daneben ist aber in den von Kunne gedruckten Peraudi-Ablassbriefen (M30780 u.ö.) ein U nachgeweisen, das in Einbl und bei Saam ebenfalls als Init. b verzeichnet ist. Beide gehören zu unterschiedlichen Initialenreihen. Das U ist bisher noch nicht richtig verzeichnet
c 65mm 1485-1500 xylogr. Buchstaben, kalligraphisch
(Spiegel menschl. Lebens, 16. Jh.?)
d 30mm 1490-1494 Doppelkonturbuchstabe (A) auf weiß auf schwarz gemustertem Grund
e 107mm xylogr. Buchstaben, kalligr.
hs.: zu streichen! ist gleich Initiale g bei Johann Petri (Passau, Offizin 2)
f 40mm 1487-1487 schwarz auf weiß
gemustert
Figur
Doppelkonturbuchstabe mit bildlicher Darst. (Q)
GW 9185 = ISTC ie00003000
g 97mm 1500-1500 xylogr. Buchstaben, kalligr. verschnörkelt (A)
h 5mm 1490-1490 volle Lombarden
i 3/4mm 1480-1486 kleine Lombarden ohne Perlen
k 44mm 1500-1500 xylogr. Buchstaben
hs.: (D), VB 1620.3 = 16. Jh
l 12/13mm volle Lombarden mit Perlen
nicht identisch mit der "kl. Lombarde, ca. 13 mm" in GW 10417
m 18/19mm 1489-1489 kalligraphischer Buchstabe (U)
in den Bibliographien häufig fälschlicherweise als Initiale b verzeichnet (z.B. Einbl. 1140)
In den Peraudi-Ablassbriefen Kunnes (Einbl. 1140 u.ö.) als Init b verzeichnet. Init b ist jedoch größer und nur als verschnörkeltes I belegt, deshalb das kalligraphische U jetzt als Init. m aufgenommen.
(?) 13mm kleine Lombarde
GW 10417 = ISTC if00325755
(?) 27mm GW 10720 = ISTC ig00190100: "eine weitere Init.": verdrehtes (Q), Drache, ohne Rand

Titelholzschnitte

TH Höhe Nutzungszeit Beschreibung
(?) Strahlenmadonna (auf Mondsichel?)
[Jaeger]
Leiste
(?) Gott Vater mit Taube Schwert und Pfeilen auf dem Thron, davor Christus und Maria knieend (mit Spruchbändern)
[Jaeger]
kein 159mm Hl. Hieronymus

Offizinen, die mit dieser Offizin in Verbindung stehen

Albrecht Kunne (Trient, Offizin 1)

Personen, die mit dieser Offizin in Verbindung stehen

Kunne, Albrecht

Literatur

  • Saam, Dieter: Albert Kunne aus Duderstadt. In: Bibliothek und Wissenschaft, S 95/57