Erhard Ratdolt (Augsburg, Offizin 18)

1486-1520

Beschreibung

Anfang 1486 kehrte Ratdolt aus Venedig nach Augsburg zurück; ein vom 1. April 1486 datiertes Schriftmusterblatt, mit dem er sich seiner Kundschaft empfahl, bezeugt die Gründung einer neuen Druckerei in seiner Heimatstadt, die in der Folgezeit hauptsächlich prachtvolle liturgische Bücher herstellte, insgesamt etwa 50 bis 60. Nach 1522 sind keine Druckerzeugnisse aus seiner Werkstätte mehr bekannt. [Wikipedia]
Ratdolt gilt als einer der bedeutendsten und innovativsten Drucker der Inkunabelzeit. Er schmückte seine Bücher als erster mit gedruckten Zierleisten in Holz- oder Metallschnitt mit Blatt-, Bordüren- und Rankenwerk, die schließlich den Satzspiegel vollständig einrahmten, und schuf damit den typischen Renaissance-Buchschmuck, von dem sich noch William Morris beeinflussen ließ. Er verwendete als erster ausschließlich gedruckte Initialen, die so genannten litterae florentes, die aus Blättern und Blumen gebildet waren und die bis dahin üblichen handgemalten Initialen ersetzten. Auch war er ein Pionier des mehrfarbigen Drucks; neben schwarzem und rotem Druck verwendet er in der Widmung der Euklid-Ausgabe an den venezianischen Dogen Giovanni Mocenigo erstmals Gold als Druckfarbe, ebenso in seinen späteren liturgischen Büchern, die sich zudem durch ihre Farbholzschnitte auszeichnen, die nicht mehr von Buchmalern koloriert waren, sondern bei denen verschiedene Farben mit mehreren Druckplatten neben- und übereinander gedruckt wurden, was ein hohes Maß an Präzision in der Herstellung erforderte. [Wikipedia]
Ratdolts Drucktypen sind eine schöne Renaissance-Antiqua, ähnlich der des Aldus Manutius, sowie eine markante Rotunda (rundgotische Schrift). Außerdem druckte er als einer der ersten in griechischer Schrift. [Wikipedia]
In BMC II 380 noch eine weitere Typen beschrieben:
"120? [not in P., T.-S., or Haebler), Roman type, the capitals of which are used for foliation and head-lines. As far as the Museum collection shows, it is not used before 1495. Not reproduced."

Neu: Übersichten des im GW nachgewiesen Materials

Die folgenden Übersichten stellen die im Gesamtkatalog der Wiegendrucke nachgewiesenen Drucke der Offizin und das in ihnen verwendete Druckmaterial - soweit es im GW bereits bestimmt ist - in einer tabellarischen Übersicht dar. Insbesondere für die Suche nach Vergleichsmaterial bei der Typenbestimmung erhalten sie hiermit einen schnellen Zugang.
Die Listen werden aus dem aktuellen Datenbestand des GW generiert. Die Nachweise können daher von den im TW manuell eingegebenen Nachweisen abweichen.
Die Generierung der Listen kann insbesondere bei Druckern mit umfangreicher Produktion oder vielen Typen einige Zeit (bis zu 1 Min.) in Anspruch nehmen.
Links zu online-Digitalisaten finden Sie in der letzten Spalte der Tabelle.

Typen

Type TW-ID M/Qu Nutzungszeit Beschreibung GfT
4:76G ma00397 M49 1486-1501 kahl
aber F normal
I verschnörkelt
BMC II 379: "76 [P. 4, T.-S. 7], Gothic text type, of a very common Venetian form and size, also used at Venice. Distinguished from J. Zainer, Ulm, 82 [P. 10], with which Proctor compared it, by measurement, and differences of form in a few letters, as B, I, N, h, &c.; from Misch, Heidelberg, 74 [P. 3], by a squarer V, narrow open N, I, single hyphen, ę and tailed h; and from Schönsperger 76 [P. 8], by V, h, ę, &c. The tailed h was substituted in the Type-Sheet and later for the round form used in the type while at Venice, as in types 61 and 92."
Wie Type 6:76G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23), aber h geschwänzt
In einigen Ratdolts Augsburger Offizin zugesprochenen Drucken rundes h. Hier ist unklar, ob sie nicht möglicherweise noch in Venedig entstanden sind
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 1, dort geschwänztes h)
Abweichung in der Typenbezeichnung in Venedig und Augsburg: Venedig 4 = Augsburg 6, Venedig 6 = Augsburg 4
Haebler: Typenrepertorium Abt. I, Tab., S. 198, Nr. 47: *) Auf S. 9 ist irrtümlich gesetzt. (Vermutlich Verwechslung wg. der unterschiedlichen Bezeichnungen in Venedig und Augsburg)
GfT 597
GfT 1501
5:155G ma00398 M98 1486-1496 vgl. Type 5:155G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)

6:75G ma00399 M48 1486-1486 A mit Punkt
F1 gefiedert
S ohne Dorn
sonst kahl
Bezeichnet im GW die kleine Breviertype in GW05151. Diese entspricht in den Formen der in Venedig verwendeten Type 4:56G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23), die Kegelhöhe ist aber der als größere Breviertype verwendeten Type 4:76G angepasst.
Die in der Typenprobe (M37128) abgebildete Type (rechte Spalte, Block 4) entspricht mit A mit Punkt und S ohne Dorn den Formen nach dieser Type; die Kegelhöhe ist jedoch offensichtlich kleiner als 75mm. Möglicherweise wurde hier noch die in Venedig verwendete Type benutzt, während für GW05151 ein Neuguss auf größerem Kegel verwendet oder die Type mit Durchschuss gesetzt wurde.
Die in GW05151 mitverwendete Type 4:76G entspricht mit rundem h eher dem Zustand der Type in Venedig (= Type 6:76G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)). Möglicherweise wurde der Druck noch in Venedig hergestellt
Die später in Augsburg verwendete Type 23:61G (= BMC 61) stimmt in den Formen weitgehend mit dieser Type überein, hat aber ein leeres A und S mit Dorn. Sie entspricht damit zwar in der Größe, nicht aber in den Formen dem auf der Typenprobe abgebildeten Zustand. Im BMC sind beide Typen bzw. Zustände nicht unterschieden
Abweichung in der Typenbezeichnung in Venedig und Augsburg: Venedig 4 = Augsburg 6, Venedig 6 = Augsburg 4
GfT 1501
7:92G ma00400 M91 1486-1500 mit Punkt: A1, P1 (vgl. GW M24383)
mit doppelter Sehne nach rechts oben: D2, H2, N2, O2, P2, Q2, U1
C rund
sonst doppelt
h geschwänzt
BMC II 379: "92 [P. 7, T.-S. 5], Gothic text and small heading type, also used at Venice. Of a common Venetian form and size, but distinguished by single hyphen and ę. In books printed at Venice it has a round h, for which a tailed form was substituted in the Type-Sheet, as in types 76 and 61."
Vgl. Type 7:92G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, linke Spalte, Block 5)
Haebler: Typenrepertorium Abt. I, Tab., S. 268/269 Nr. 8: hs.: h geschwänzt
GfT 598
GfT 599
GfT 1501
8:90R ma00401 Q|u-D 1486-1491 wie Type 8:91R bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)
BMC II 379: "90 [P 8, T.-S. 12], Roman text type, also used at Venice. As far as the Museum collection shows, used at Augsburg only for headings to woodcuts of the' Signa coeli' in Ratdolt's astronomical books. Not reproduced."
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 6)
GfT 1501
9:130G ma00403 M18 1486-1496 Gruppe 1: O, P, Q rund mit Doppelstrich nach rechts oben
A1 (auch horizontal), D1, G2, H2, N1, O1, P1, Q1, U1 (eckig), mit vertikalem Doppelstrich: S1, T (rund), sonst einfach
gemischt mit Typen aus Gruppe 2: O2 und Q2 mit Doppelstrich nach rechts oben
Doppelstrich nach rechts oben: B1, G2, H2, N1, O2, P2, Q2, U1 (rund)
Majuskeln offenbar häufig gemischt, z.T. auch mit Majuskeln von Type 13:132G (u.a. auch )
Minuskeln größer als bei Type 13:132G
Unterscheidung nach Typenprobe (linke Spalte, Block 3 = Typ. 9; Block 4 = Typ. 13)
BMC II 379: "130 [P. 9, T.-S. 3], title and large missal type, also used at Venice. Has h with tail curled below the line, but with it are mixed a few of round form. Dr. Haebler (M18, group i. 6, ii. 16) gives two variations of this type; the second seems to be partly 130 and partly 112 (= Type 13:132G), which is often leaded and mixed with 130. See also 112 [P. 13].
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, linke Spalte, Block 3 u. Kolophon)
Vgl. Type 9:130G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)
s. a. GfT 600, 603, 1501
GfT 600
GfT 603
GfT 1501
10:65G ma00404 M94 1486-1500 A2, oben rund, ohne Querriegel
//: D1, P2, V1 (eckig), H1 mit Schnörkel
O1 und Q1 gebrochen
N2 leer
h geschwänzt
BMC II 379: "65 [P. 10, T.-S. 9], Gothic text type, also used at Venice. Larger in the face than 61. Has tailed h both at Venice and at Augsburg. In IA. 6762, 6770 (= GW05267, GW05436) the type measures 70 mm."
Vgl. Type 10:65G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 3)
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2. S. 7, Nr. 18: mit Type 4:76G
GfT (1501)
11:230G ma00405   M88 (oder eher M83?) 1486-1498 Kanontype
Doppelstrich nach rechts oben: A2, N2, P2, U1 (rund)
h geschwänzt
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, linke Spalte, Block 1)
GfT 601
GfT 603
GfT 1501
12:180G ma00406   M88 (vielmehr M83?) 1486-1500 A2 mit Punkt
Doppelstrich nach rechts oben: D2 (gebrochen), N2
Doppelstrich senkr.: C2
Dreifachstrich: O gerochen, P2, Q gebrochen
S2 in der Mitte gedreht
BMC II 380: "180 [P. 12, T.-S. 2], Canon and title type. h has the tail curled below the line. Appears for the first time in the Type-Sheet, like all the following types, except 120,105 (Greek), 107, and perhaps 104"
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, linke Spalte, Block 2)
GfT 602
GfT 603
GfT 1501
13:132G ma00407 M94 1486-1496 A2 leer
U// rund
Vgl. Type 9:130G: Majuskeln häufig gemischt, Minuskeln bei Typ. 9 größer
BMC II 380: "P. 13, T.-S. 4], Gothic large text and heading type. In all Ratdolt's Augsburg books in the Museum, when used alone, it measures 111-113 mm. ; but in the Type-Sheet it appears on a larger body, and measures 130 mm., as it does when used with type 130 in missals. One form of M (Haebler M94) appears in the Type-Sheet and in IA. 6652 (= M27375) (1487). another (Haebler M92) in all Ratdolt's later Augsburg books in this. type which are in the Museum. It has also extra forms of many letters, at first, but these were almost entirely eliminated by 1493; the type thus presents a very different appearance at different stages."
Haebler: Typenrepertorium Abt. I, Tab., S.273, Nr. 3: NF, vgl. " (?)
hs.: dort nur Typ. 9
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, linke Spalte, Block 4)
GfT 1501
14:90G ma00408 M88 1486-1499 Lt. Haebler: Typenrepertorium Abt. I, Tab., S. 262/263, Nr. 17: nur aus der Typenprobe bekannt; s. dagegen aber die Datierungen im GW-Archiv
Zu prüfen: lt. GW-Manuskript in M35999 u. M36002 verwendet
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, linke Spalte, Block 6)
GfT 1501
15:70G ma00409 M91 1486-1500 A1 mit Punkt
leer: D1, P2
Doppelstrich nach rechts oben: H2, N2
O rund mit gebrochener Sehne
Q1 oben offen
L1, T1
U leer
BMC II 380: "70 [P. 15, T.-S. 8], Gothic text type. Has a round h in the Type-Sheet, a tailed one elsewhere."
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 2)
GfT 604
GfT 1890
GfT 1501
16:103R ma00410 Qu|-H 1486-1500 M nicht ganz gerade
h
i mittel

spärlich verwendet
BMC II 380: "104 [P. 16, T.-S. 11], Roman type. The capitals are used for foliation and head-lines; the lower-case is not represented in the Museum collection. Perhaps identical with Ratdolt's Venice type 7B [P.] (= Type 7B:100R bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)). Not reproduced."
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 5)
GfT 1501
17:75R ma00411 Q|u (keine Klassifizierung) 1486-1486 Haebler: Typenrepertorium Abt. I, Tab., S.292/293, Nr. 2: nur als Typenprobe bekannt
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 7)
GfT 1501
18:164G ma00412 M98 1494-1494 leer. A2 (oben rund), D2 (unten gebrochen), N2 gefiedert
mit Punkt: H2, O2, U1
P2 gefiedert
I2 gefiedert
S2 mit Dorn
19:132G ma00413 M94 1493-1493 Zu streichen!
Ist gleich Type 13:132G
20:112G ma00414 M92 1489-1499 A2 leer
D1 gebrochen, mit Häkchen innen
Doppelstrich nach rechts oben: G2, N2, O2, Q2
verschnörkelt: H1, I1
mit Punkt: P1, U1
doppelt
h geschwänzt
GfT 605
21:107G ma00415 M88 1493-1500 Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7, Nr. 18: hs: auf M88 geändert
Haebler: Typenrepertorium Abt. IV, Erg. 1, S. 112/113, Nr. 43(4): Eintrag wurde noch nicht korr.
Haebler: Typenrepertorium Abt. IV, Erg. 1, S. 112/113, Nr. 43(4): Formen vermutlich wie Type 13:110G bei Johann Sensenschmidt (Bamberg, Offizin 2): mit Punkt: A2, B2, P1, Doppelstrich nach rechts oben: D2 (gebrochen), G2, H2, N2, O2, Q2, U1
BMC II 380: "107 [P. 20, not in T.-S.], Gothic large text and small missal type. Two forms of P, crossed and with diamond. Used in 1493 and 1499."
GfT 1889
22:63G ma00416 1489-1489 BMC II 379: "63 [P. (Venice) 7c (Type 7C:60G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)), not in T.-S.], Gothic text type, a few capitals of which are used in the last diagram of Regiomontanus Kalendarium, in both the Venetian and the Augsburg editions."
Lt. BMC Maj. im letzten Diagramm v. M37445
23:61G ma00417 M48 1489-1490 U eckig, leer
Weitgehend wie Type 4:56G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23) bzw. Type 6:75G aber neue Formen für A und S (A leer, S mit Dorn); das übrige Formeninventar stimmt überein, v.a. auch das auffällige F
BMC II 380: "61 [P. 6, T.-S. 10], Gothic text type, also used at Venice. With a marked V. Smaller in the face than 65 (= Type 10:65G). In books printed at Venice it has a round h, and in the Type-Sheet a tailed form was substituted as in types 76 and 92."
Im lithographischen Reprint des BMC hs. Anmerkung: "no h in Type-Sheet specimen"
Der in der Typenprobe (M31728) abgebildete Zustand entspricht Type 4:56G bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23) bzw. der hier als Type 6:75G separat verzeichneten Type (A mit Punkt, S ohne Dorn), und ist daher als Type 6:75G (m. kleinerer Kegelhöhe) zu bestimmen. Die Anmerkung im BMC zum geschwänzten h bezieht sich jedoch auf den späteren Zustand Type 23:61G. BMC unterscheidet demnach nicht zwischen beiden Typen bzw. Zuständen
Lt. BMC für die Monatsnamen in der Tabelle M37445 Bl. 19a (nicht die Legende, sondern die eingefügten Monatsnamen). Die dort verwendete Type entspricht jedoch vielmehr Type 10:65G
GfT 1890
24:105Gr ma14188 1486-1490 Griechische Minuskeln
Größe nach BMC
BMC II 380: "105 [P. 18, T.-S. 14], Greek type. Also used at Venice, in 1482. (in IA. 20521 = )"
Entspricht Type Gr:91Gr bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23); das im BMC angegebene Maß von 105mm ist nach der Typenprobe bestimmt
Typenprobe (M37128 = GfT 1901, rechte Spalte, Block 8)
GfT 1501

Initialen

Initiale TW-ID Höhe Nutzungszeit Beschreibung GfT
a ma00418 58mm 1493-1499 schwarz auf weiß
verzierte Kontur-Buchgstaben mit figürlichen Darstellungen und Umrandung
gemustert
b ma00419 48mm 1487-1499 schwarz auf weiß
verzierte Kontur-Buchstaben mit figürlichen Darstellungen und Umrandung
Wie Initiale a, aber etwas kleiner
Im GW uneinheitlich verzeichnet
Haeblers Typenrepertorium beschreibt als Initiale b die historisierten Initialen, die in GfT 1060 abgebildet und dort ebenfalls als Init. b bezeichnet sind
So auch z.B. in GW05266 u. GW05325 verzeichnet
In zahlreichen weiteren Einträgen des GW werden jedoch als Initiale b die etwa gleichgroßen Initialen mit floralen Ranken verzeichnet, die bei Haebler und hier als Initiale c und Initiale d aufgenommen sind
Die Verwechslung beruht auf der Tatsache, dass die floralen Initialen sind für Ratdolts Venediger Offizin als Init. b bezeichnet werden, vgl. Initiale b bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23), zudem bildet GfT 968 die floralen Initialen ab und bezeichnet sie fälschlicherweise auch für Ratdolts Augsburger Offizin als Init. b
Zu vereinheitlichen: historisierte Initialreihe einheitlich als Init. b, die floralen Initialen als Init. c oder Init. d
GfT 1060
c ma00420 50mm 1486-1499 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
Vgl. Initiale b
Im GW uneinheitlich verzeichnet und häufig als Init. b (so wie in Venedig) bezeichnet
Im GW noch zu vereinheitlichen: florale Initialen als Init. c, historisierte Initialreihe als Init. b
Bei Haebler unterscheidet nach der Größe (48 mm vs. 50 mm) zu. Initiale c und Initiale d; vermutlich gehören aber beide Größen zur selben Initialreihe
Bezeichnung als Initiale d deswegen nicht mehr zu verwenden
In Venedig werden sowohl Initiale c als auch Initiale d als Initiale b bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23) bezeichnet!
GfT 968 (fälschlicherweise als Init. b bezeichnet)
d ma00421 48mm 1488-1493 weiß auf schwarz
Lt. Haebler: Blattwerk, wie Initiale c, weniger reich verziert, umschlungen
Haeblers Unterscheidung zwischen Initiale c und Initiale d ist zu überprüfen: die Größenunterschiede sind zu vernachlässigen und die von ihm beschrienenen stilistischen Unterschiede nur schwer nachzuvollziehen; die floralen Initialen mit 48-50 mm Höhe daher besser einheitlich als Initiale c zu verzeichnen?
In Venedig sowohl Initiale c (GfT 1060) und Initiale d (GfT 1061) als Initiale b bei Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23) bezeichnet!
GfT 1061
e ma00422 38mm 1489-1496 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
f ma00423 30mm 1487-1500 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
umschlungen
GfT 1062
g ma00424 26mm 1487-1499 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
GfT 1061
h ma00425 22mm 1488-1499 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
GfT 1063
GfT 1064
i ma00426 22mm 1484-1496 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
weniger reich verziert
dürftiger als h
GfT 1063
GfT 1064
k ma00427 19mm 1488-1499 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
l ma00428 12mm 1488-1495 Zierinitialen mit Blattwerk
weiß auf schwarz
m ma00429 26mm 1491-1500 volle Lombarden mit Perlen
Choralbuchstaben
GfT 1065
n ma00430 21mm 1487-1498 volle Lombarden ohne Perlen
GfT 1065
o ma00431 12/13mm 1487-1500 volle Lombarden mit und ohne Perlen
GfT 970
GfT 1066
p ma00432 11/12mm 1491-1499 volle Lombarden mit Perlen
zierlich
GfT 970
q ma00433 13mm 1488-1493 groteske Lombarden mit Perlen
GfT 969 Init. q fälschlicherweise als Initiale p bezeichnet (diese jedoch stärker verzierter und zierlicher)
GfT 1066 Init. q fäschlicherweise als Initiale dd bezeichnet (diese jedoch ohne Perlen und kleiner)
GfT 969
GfT 1066
r ma00434 6/7mm 1487-1500 Lombard-Majuskeln
Lt. Haebler "verziert und mit Perlen"
Im GW nicht sauber von Initiale s unterschieden bzw. unheitlich verzeichnet
Bei vielen GW-Nummern werden die in GfT0969 abgebildeten und dort als "Init. s" bezeichneten Lombarden als Initiale r verzeichnet
GfT 1066 bildet eine etwas kleinere Lombardenreihe ab, die - anders als bei Haebler beschrieben - keine Perlen hat, und bezeichnet sie fälschlicherweise als Initiale t; im gescannten Exemplar ist dieser Fehler hs. - jedoch ebenfalls nicht korrekt - auf "Init. s" korrigiert
Diese Lombardenreihe wohl als Init. r zu zählen, da sonst bislang keine Lombarden mit ca. 6/7mm Höhe und Perlen nachgewiesen (nur eine einzelne Lombarde, vgl. Initiale kk)
Noch zu vereinheitlichen (Stand 2022-01-24): die hier nach GfT 1066 abgebildete Reihe als Init r, GfT 969 als Init. s
GfT (1066)
s ma00435 7mm 1487-1501 Lombard-Majuskeln ohne Perlen
In GW z.T. Verwechslung mit Initiale r bzw. uneinheitliche Verzeichnung
GW05193 verzeichnet die in GfT 1066 abgebildete und hier als Initiale r verzeichnete Lombardenreihe als Initiale s
In den meisten anderen GW-Datensätze bezeichnet "Init. s" jedoch die in GfT 969 abgebildeten und dort als Init. s bezeichneten Lombarden
Aber auch die Bezeichnung "Init. r" im GW verweist in den meisten Fällen auf die in GfT 969 abgebildeten Lombarden
Unterscheidungsmerkmale z.B. bei F, G, Q und S
Noch zu vereinheitlichen (Stand 2022-01-24): die in GfT 1066 abgebildete Reihe als Init r, die hier nach GfT 969 abgebildete Reihe als Init. s
Prüfen: Z.T. auch Mischung beider Reihen?
GfT 969
t ma00436 5/6mm 1487-1499 Lombard-Majuskeln ohne Perlen
GfT 1066 bildet Initiale r ab, bezeichnet sie aber fälschlicherweise als Initiale t
GfT 969
GfT 1066
u ma00437 3/4mm 1480-1501 Lombard-Majuskeln ohne Perlen
GfT 969
v ma00438 34mm 1488-1501 weiß auf schwarz
Blattwerk
hs.: GW M22132 = H 10931 = ISTC im00383650
w ma00439 18mm 1487-1499 Lombarden mit Perlen
hs.: volle Lombarden (13783) ? (H?)
GfT 970
x ma00440 113mm 1488-1496 xylographischer Buchstabe (F), kalligraphisch
y ma00441 26/30mm 1492-1498 xylographische Buchstaben
Texturaartige Choralbuchstaben
GfT 1065
z ma00442 85mm 1491-1498 ca. 85x70
weiß auf schwarz
umschlungen
Stil wie Initiale c, aber größer
Nur (T) als Kanoninitiale?
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7 Vs., Nr. 18: hs.: Kanon T, Buchstaben von ornament. Gerank umrankt, Randlinie doppelt, ca. 88x73 80x68
aa ma00443 65mm 1494-1498 weiß auf schwarz
umschlungen
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7 Vs., Nr. 18: hs.: Rand doppelt, (A), E
GfT 968
bb ma00444 30mm 1488-1500 weiß auf schwarz
umschlungen
hs.: (B), U
cc ma00445 24mm 1489-1496 volle Lombarden mit Perlen
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7 Vs., Nr. 18: hs.: wenig verziert
dd ma00446 8/9mm 1490-1495 Haebler: Typenrepertorium: 10 mm (wie GfT 1066: 10/11 mm?)
Die in GfT 1066 als Init. dd bezeichnete Initialreihe ist vielmehr Initiale q (z.T. m. Perlen, größer)
Im GW deswegen z.T. Initiale q fälschlicherweise als Initiale dd verzeichnet; noch zu korrigieren (Stand 2022-01-22)
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7 Vs., Nr. 18: hs.:volle Lombarden ohne Perlen (Miss. fris. 1492: Kanon)
GfT 969
GfT 1066
ee ma00447 27mm 1488-1491 weiß auf schwarz
Gerank
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7 Vs., Nr. 18: hs.: Buchstaben (I) - doppelte Randlinie (GW 5344 = H 3842 = ISTC ib01162000)
ff ma00448 15mm 1488-1489 weiß auf schwarz
Blattwerk
hs.: GW 840 = VB 292 = ISTC ia00359000
gg ma00449 3mm 1488-1501 hs.: Lombarden
hs. Erg. (Kasten): GW 5425 = ISTC ib01175000, GW 8508 = ISTC id00279150, GW 8558 = ISTC id00287600
hh ma13901 45mm 1496-1496 kalligraphisch verschnörkelter Buchstabe (W)
in Einbl. 936-938 u.a. als Init. w verzeichnet
ii ma14174 30mm 1487-1487 weiß auf schwarz
Blattwerk
Schmal, nicht quadratisch
Nur I belegt
kk ma14175 7mm 1487-1487 Lombarde m. Perlen
Nur I belegt
Nicht zu Initiale r
ll ma14183 28/30mm 1491-1496 Lombarden m. Perlen
Choralbuchstaben
Abweichend von Initiale m, etwas größer und breiter

Rubrikzeichen

Rubr. TW-ID Form Nutzungszeit Beschreibung GfT
α ma00450 normale Form 1484-1501 der Vorderstrich steht weit ab
zu Type 4:76G, Type 7:92G
β ma00451 normale Form 1491-1497 unten eingezogen
zu Type 15:70G
GfT 604
γ ma00452 normale Form 1487-1500 groß und sehr dick
zu Type 9:130G

δ ma00453 normale Form 1487-1499 dick, unten eingezogen
zu Type 20:112G
ε ma00454 normale Form 1487-1493 dick, obere Spitze lang, untere eingezogen
Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7, Nr. 18: hs.: zu Type 10:65G
ζ ma00455 normale Form Haebler: Typenrepertorium Abt. V, Erg. 2, S. 7 Vs., Nr. 18: hs.: Kontur zu Type 10:65G (Brev. Prag.)

Drucker- u. Verlegermarken

DrM TW-ID Höhe Nutzungszeit Beschreibung GfT
I ma00456 138mm 1490-1499 Wappenschild mit Helmzierde und Helmdecken, darin ein Mann mit zwei Schlangen in der rechten Hand
rot und schwarz gedruckt
ab 1504/1505 mit Ausbruchspur am linken Horn
GfT 606
II ma00457 113mm 1494-1501 wie DrM I, aber nur 113 mm hoch
GfT 606
III ma00458 60mm 1494-1507 Schild wie DrM I und II, aber ohne Helmzier
rot und schwarz gedruckt

Titelholzschnitte

TH TW-ID Höhe Nutzungszeit Beschreibung GfT
A ma00459 138mm Lehrer und ein Schüler (?)
Nein: 2 Gelehrte: (Theologus und Astronomus)

Alternative Namen

Erhard Rattolt

Offizinen, die mit dieser Offizin in Verbindung stehen

Erhard Ratdolt (Venedig, Offizin 23)

Personen, die mit dieser Offizin in Verbindung stehen

Ratdolt, Erhard

Literatur

  • Möller, Maria [Hrsg.]: Die Drucker in Augsburg : Erhard Ratdolt, Johann Wiener, Jodokus Pflanzmann, Ludwig Hohenwang, Johann Blaubirer. Der Bilderschmuck der Frühdrucke, Bd. 23. Stuttgart : Hiersemann, 1981. ISBN: 3-7772-8103-4
  • Ratdolt, Erhard; Reichner, Herbert: Die autobiographischen Aufzeichnungen Erhard Ratdolts 1462-1523 [Nachw.: Herbert Reichner]. Wien: Reichner [1932]
  • Die liturgischen Druckwerke Erhard Ratdolts aus Augsburg 1485-1522 : Typen u. Bildproben / Mit Einl. u. Erl. hrsg. von Karl Schottenloher. Mainz : Gutenberg-Gesellschaft, 1922
  • Bellot, Josef: Die Augsburger Frühdrucker Günther Zeiner, Erhard Ratdolt : Führer durch d. Ausstellung im Schaezlerpalais 20. Jan.-4. März 1979. Augsburg : Kulturreferat d. Stadt Augsburg, 1979
  • McMurtrie, Douglas Crawford: Erhard Ratdolt, the father of typographic decoration; Privately printed, Chicago, 1936